Presseinfo / Fraunhofer IGD – Hinter den Figuren von Wildwood steckt Forschung aus Darmstadt

Seit rund zehn Jahren setzt das renommierte Animationsstudio LAIKA auf die 3D-Druck-Software Cuttlefish® des Fraunhofer IGD


© LAIKA

Im neuen Stop-Motion-Film Wildwood trifft aufwendige Handarbeit auf hoch-präzisen Vollfarb-3D-Druck. Seit rund zehn Jahren unterstützt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD das US-amerikanische Animationsstudio LAIKA mit seinem 3D-Druckertreiber Cuttlefish®. Die Software bereitet die Druckdaten für die fein abgestimmte Mimik der Stop-Motion-Figuren auf. In den USA startet Wildwood am 23. Oktober 2026 im Kino, in Deutschland am 5. November 2026.

LAIKA zählt zu den weltweit renommiertesten Stop-Motion-Studios. Die bisherigen Filme Coraline, ParaNorman, Die Boxtrolls, Kubo – Der tapfere Samurai und Missing Link wurden jeweils für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Mit Wildwood präsentiert LAIKA nach eigenen Angaben seine bislang ambitionierteste Produktion.

Die Zusammenarbeit begann vor rund zehn Jahren: Durch eine wissenschaftliche Veröffentlichung des Fraunhofer IGD zum farbigen 3D-Druck wurde LAIKA auf die Forschenden in Darmstadt aufmerksam. Brian McLean, Director of Rapid Prototype bei LAIKA, hatte kurz zuvor die Scientific and Engineering Oscar®-Plakette für die Pionierarbeit des Studios beim Einsatz von 3D-Druck im Stop-Motion-Film erhalten. Er suchte nach Möglichkeiten, die 3D-Druck- und Replacement-Animation-Pipeline von LAIKA weiterzuentwickeln. Erste Testdrucke mit Cuttlefish® überzeugten und führten zu einer langfristigen Lizenzpartnerschaft, die bis heute besteht.

„Für uns war schnell klar, dass unsere Technologie genau die Qualität liefern kann, die für professionelle Stop-Motion-Produktionen benötigt wird. Dass sie heute in internationalen Filmproduktionen eingesetzt wird, zeigt eindrucksvoll, wie Forschung ihren Weg in kreative Anwendungen findet“, sagt Philipp Urban, Leitung F&E-Einheit 3D-Druck am Fraunhofer IGD.

Bereits beim Oscar-nominierten Film Missing Link setzte LAIKA auf die Technologie des Fraunhofer IGD. Mit Wildwood wird die Zusammenarbeit fortgeführt.

Präzision für jede Mimik

Stop-Motion-Filme entstehen Bild für Bild. Um die Mimik einer Figur zu animieren, fertigt LAIKA für jede Einstellung unterschiedliche Gesichtsteile im 3D-Druck. So können bis zu 24 verschiedene Gesichter pro Sekunde entstehen. Bereits kleinste Farbabweichungen oder Unterschiede in der Oberflächenstruktur würden im fertigen Film sichtbar.

Der 3D-Druckertreiber Cuttlefish® des Fraunhofer IGD bildet gemeinsam mit den PolyJet-3D-Druckern Stratasys J750 und J850 einen wichtigen Teil des Replacement-Animation-Workflows von LAIKA. Die Software bereitet digitale 3D-Modelle einschließlich ihrer Farb- und Texturdaten für den Druck auf. So lassen sich Farben, Texturen und feine Geometrien präzise und konsistent reproduzieren – auch bei sehr kleinen Bauteilen. Dafür nutzt Cuttlefish® eigens entwickelte Verfahren zur Texturschärfung, Oberflächenoptimierung und Farbaufbereitung.

Für Wildwood setzte LAIKA Cuttlefish® erneut ein. Das Fraunhofer IGD entwickelte die Software für die hohen Anforderungen der Produktion weiter. Mit Cuttlefish® fertigte LAIKA auf den Druckern Stratasys J750 und J850 mehr als 142.000 individuell gestaltete Gesichtsausdrücke.

„Wildwood ist ein außergewöhnliches Kinoerlebnis. Umfang, Größe und emotionale Wirkung des Films sind in der Animation beispiellos. Für eine Geschichte dieser Komplexität brauchten wir ein Verfahren, mit dem sich intensive, ausdrucksstarke Gesichtsdarstellungen mit differenzierten Hauttönen und feinen Details umsetzen lassen. Möglich wurde das durch die Verbindung von Technologie und Innovation mit der Arbeit unserer Künstlerinnen und Künstler – zu einem nahtlos umgesetzten Effekt am Set“, sagt Brian McLean, Director of Rapid Prototype bei LAIKA.

Von der Forschung auf die Kinoleinwand

Was mit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung zum farbigen 3D-Druck begann, hat sich zu einer langjährigen Partnerschaft mit einem der weltweit renommiertesten Stop-Motion-Studios entwickelt. Die Zusammenarbeit mit LAIKA zeigt, wie angewandte Forschung ihren Weg in internationale Filmproduktionen findet. Das am Fraunhofer IGD entwickelte Know-how für den hochpräzisen Vollfarb-3D-Druck fließt darüber hinaus in Anwendungen der Medizintechnik und der industriellen Fertigung ein.

Die hohen Anforderungen der Stop-Motion-Animation treiben die Entwicklung kontinuierlich voran. Verfahren, die sich in der Filmproduktion bewähren, lassen sich anschließend auch auf andere Anwendungen übertragen.

„Die Anforderungen eines Studios wie LAIKA gehören zu den höchsten, die es im farbigen 3D-Druck gibt. Technologien, die sich dort bewähren, bieten auch für viele andere Branchen einen Mehrwert“, sagt Urban.

Wenn Wildwood auf die Kinoleinwand kommt, erlebt das Publikum, wie die Figuren zum Leben erwachen. Was dabei unsichtbar bleibt: Hinter unzähligen Gesichtsausdrücken stehen Gesichtsteile, die LAIKA mit Cuttlefish® druckt – dem 3D-Druckertreiber des Fraunhofer IGD.

Über den Film Wildwood

Der Film basiert auf dem gefeierten Roman von Colin Meloy, illustriert von Carson Ellis. Mit LAIKAs besonderer Stop-Motion-Technik bringt Wildwood eine weitläufige Fantasywelt auf die Leinwand. Figuren, Schauplätze und detailreiche Kulissen werden von Hand gestaltet und Bild für Bild animiert. So entsteht eine fantastische und zugleich greifbare Welt.

Weiterführende Informationen:

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Wildwood – LAIKA
Mit Einfallsreichtum, handwerklichem Können und innovativen Ideen erwecken Künstlerinnen und Künstler die emotionale Kraft menschlicher Erfahrungen Bild für Bild zum Leben.
© LAIKA

Wildwood – 3D-gedruckte Wechselgesichter
Mit der PolyJet-Technologie von Stratasys, dem fortschrittlichen 3D-Druck-Slicer Cuttlefish® und dem Können der LAIKA-Künstlerinnen und -Künstler entstanden mithilfe 3D-gedruckter Wechselgesichter außergewöhnliche Gesichtsdarstellungen für den Stop-Motion-Film.
© LAIKA

Wildwood – Gesichtsausdrücke im Stop-Motion-Film
Jeder Gesichtsausdruck, jede Träne und jede feine Nuance menschlicher Emotionen wurden für jede Szene von LAIKAs neuestem Stop-Motion-Epos Wildwood mit größter Sorgfalt gestaltet.
© LAIKA
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Über LAIKA:
LAIKA wurde 2005 gegründet und hat seinen Sitz im US-Bundesstaat Oregon. Das preisgekrönte Animationsstudio ist eine zertifizierte B Corporation und erzählt mit Leidenschaft mutige, originelle Geschichten, die Bestand haben. Bekannt für seine unverwechselbare künstlerische Handschrift, innovative Filmproduktionen und den wegweisenden Einsatz neuer Technologien, hat LAIKA die Möglichkeiten des Stop-Motion-Films neu definiert.

Alle fünf Filme des Studios – Coraline, ParaNorman, Die Boxtrolls, Kubo – Der tapfere Samurai und Missing Link – wurden für den Oscar® in der Kategorie »Bester Animationsfilm« nominiert. LAIKAs nächster Animationsfilm, Wildwood, feierte am 23. Oktober 2026 US-Premiere. Darüber hinaus hat das Studio sein erzählerisches Spektrum auf Realfilme und Fernsehproduktionen ausgeweitet.

Über das Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD setzt seit über 30 Jahren Standards im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Die rund 260 Mitarbeitenden des Fraunhofer IGD unterstützen Unternehmen und Institutionen der Branchen Manufacturing and Mobility, Gesundheit und Pflege, Bioökonomie, Infrastruktur und Public Services sowie Maritime Wirtschaft. Das Fraunhofer IGD bietet konkrete technologische Lösungen und hilft bei der strategischen Entwicklung. Die Forscherinnen und Forscher betreiben Problemanalyse, konzipieren Soft- und Hardwaresysteme, entwickeln Prototypen und realisieren und implementieren visuell-interaktive Systeme. Schwerpunkte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD betreibt seit 1987 Spitzenforschung und begleitet an seinen zwei Standorten Darmstadt und Rostock den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit anwendungsorientierten Lösungen.

Fraunhofer IGD

Pressekontakt:
Daniela Welling | Leiterin Unternehmenskommunikation
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5 | D-64283 Darmstadt

Telefon: +49 6151 155-146
Fax: +49 6151 155-199
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https://www.igd.fraunhofer.de

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