Presseinfo / Silicon-Valley-Biotech Phinomics expandiert nach Europa & startet im Bayer Co.Lab Berlin
Der Pionier aus dem Silicon Valley im Bereich extrachromosomale zirkuläre DNA (Circulome) und erklärbare KI-Biologiemodelle etabliert seinen europäischen Hub in Berlin. Damit verbindet das Unternehmen seine „Deep Biology“-Plattform mit einem der führenden translationalen Forschungs-Ökosysteme Europas.
Phinomics, ein Biotechnologieunternehmen aus dem Silicon Valley, das die KI-gestützte Zielstruktur- und Wirkstoffsuche (Target- und Drug-Discovery) vorantreibt, hat heute bekannt gegeben, dass es das Bayer Co.Lab Berlin als Basis für seine europäische Expansion ausgewählt hat. Dies ist die erste internationale Präsenz des Unternehmens seit dem Verlassen der Stealth-Phase.
Die Aufnahme in das Bayer Co.Lab ist hart umkämpft: Es handelt sich nicht um einen frei zugänglichen Inkubator, sondern Bayer nimmt nur eine kleine, handverlesene Kohorte von Unternehmen auf, die sich durch bahnbrechendes wissenschaftliches und kommerzielles Potenzial auszeichnen. Mit der Auswahl von Phinomics positioniert das Unternehmen seine Plattform an der Seite führender klinischer, akademischer und pharmazeutischer Partner in einem der am schnellsten wachsenden Life-Science-Ökosysteme Europas. Ziel ist es, Pharma-Kooperationen aufzubauen, um insbesondere die KI-gestützte Onkologie-Wirkstoffforschung weiter voranzutreiben.
Phinomics hat eine geschützte Deep-Biology-Multi-Omics-Plattform entwickelt, die auf extrachromosomaler zirkulärer DNA – dem sogenannten Zirkulom (Circulome) – basiert. Diese genetischen Elemente, die außerhalb des standardmäßigen chromosomalen Genoms existieren, werden zunehmend als entscheidende Treiber für Tumorentwicklung, Onkogenese und Resistenzen gegen Medikamente erkannt und mit mindestens der Hälfte aller Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Obwohl ihre Rolle beim Fortschreiten von Krebs und der phänotypischen Evolution seit Jahrzehnten dokumentiert ist, blieb ihr klinischer Einsatz bisher durch eine vielschichtige technologische Barriere blockiert. Diese reichte von der Isolierungschemie über das Signal-Rausch-Verhältnis bei der Sequenzierung bis hin zum Fehlen geeigneter Rechenwerkzeuge, um sie präzise zu entschlüsseln.
Mithilfe seiner patentierten Direkt-Isolierungsmethoden erfasst Phinomics das Zirkulom mit einer 100-fach höheren Sensitivität und Auflösung als herkömmliche Sequenzierungsansätze. Diese Daten werden anschließend mit genomischen, transkriptomischen, epigenetischen und proteomischen Daten aus gepaarten Tumor- und gesunden Gewebeproben desselben Patienten zusammengeführt. Durch die Integration dieser bisher „verborgenen Ebene“ der Krebsbiologie in einen einheitlichen multi-omischen Wissensgraphen (Knowledge Graph) – kombiniert mit erklärbarer KI (Explainable AI) – zielt Phinomics darauf ab, Krankheitsmechanismen und therapeutische Zielstrukturen (Targets) aufzudecken, die von konventionellen Ansätzen auf Basis fragmentierter oder einzelner Datentypen bisher übersehen werden.
Die klinische Relevanz dieser „verborgenen Ebene“ wird zunehmend durch aktuelle Forschungsergebnisse untermauert. Wegweisende Arbeiten, die von den Gründern von Phinomics mitverfasst wurden – darunter die erste Version ihrer genomweiten Methode zur Isolierung und Kartierung zirkulärer DNA (2017) [1] sowie ein klinisches Konzept zur Rolle von eccDNA bei Tumorheterogenität und Resistenzen (2020) [2] –, haben gemeinsam mit einer schnell wachsenden Zahl unabhängiger Studien zirkuläre DNA als zentrales und klinisch folgenschweres Merkmal von Krebs etabliert. Phinomics wurde mit dem Ziel gegründet, diese Ebene bereits zu Beginn der Wirkstoffforschung sichtbar zu machen, statt erst dann, wenn Resistenzen bereits aufgetreten sind.
Der Bayer Co.Lab Berlin befindet sich auf dem Gelände der globalen Konzernzentrale von Bayer Pharmaceuticals. Damit ist Phinomics in unmittelbarer Nähe zur Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) der Charité sowie dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) angesiedelt und in einem der am dichtesten konzentrierten Netzwerke aus Klinikern, Forschern und Industriepartnern in Europa eingebettet. Der Inkubator wird künftig in die Riverside Labs expandieren – das Herzstück eines neu entstehenden Innovationsviertels für Gesundheit in Berlin. Dort wird er Tür an Tür mit dem Berliner Zentrum für Gen- und Zelltherapien liegen, einer gemeinsamen Einrichtung von Charité, Bayer und BIH, die im Jahr 2028 eröffnet werden soll.
„Die nächste Grenze in der KI-gestützten Wirkstoffforschung liegt in der Diversität und Vollständigkeit der Daten. Heutige Modelle können nur aus der Biologie lernen, die wir auch messen können. Skalierung allein löst dieses Problem nicht: Selbst eine Billion Messungen einer einzigen, eng gefassten Ebene lassen ein Modell für den Rest des Systems blind. Seit Jahrzehnten bleibt eine entscheidende Ebene der Krebsbiologie unsichtbar, weil herkömmliche Sequenzierungs-Workflows extrachromosomale DNA nicht erfassen können. Genau hier setzt Phinomics an: Wir erfassen das Zirkulom und integrieren es mit orthogonalen molekularen Daten aus derselben biologischen Probe. So entsteht ein deutlich vollständigeres und biologisch konsistentes Bild der zugrunde liegenden Mechanismen. So legen wir die tiefen mechanistischen und regulatorischen Signalwege offen, die Krankheiten antreiben“, erklärt Dr. Massa Shoura, Gründerin und CEO von Phinomics. „Um unsere Plattform weiterzuentwickeln, brauchen wir mehr als nur Laborflächen. Wir benötigen ein Umfeld, in dem hochentwickelte KI, translationale Wissenschaft und klinische Forschung aufeinandertreffen. Das Bayer Co.Lab Berlin befindet sich genau an dieser Schnittstelle. Die Aufnahme in das Berliner Life-Science-Ökosystem ermöglicht es uns, eng mit Klinikern, Forschern und Industriepartnern zusammenzuarbeiten, um bislang verborgene biologische Zusammenhänge in die nächste Generation onkologischer Therapien zu übersetzen.“
„Herausragende Wissenschaft – und die Unternehmen dahinter – sollten den Sprung über den Ozean nicht alleine wagen müssen“, so Ruth Shah, Leiterin des Bayer Co.Lab Berlin. „Phinomics erschließt eine Ebene der Biologie, die die konventionelle Genomik bisher übersieht, und tut dies mit einer Präzision, die den Erfolg möglich macht. Bayer Co.Lab ist genau dafür da, ein Landeplatz für solche Unternehmen zu sein: Wir bieten ihnen eine Basis, von der aus sie eine europäische Präsenz aufbauen können.“
Bayer Co.Lab Berlin ist Teil des wegweisenden, globalen Netzwerks von Life-Science-Inkubatoren von Bayer, das auf disruptive Innovationen und wissenschaftliche Durchbrüche ausgerichtet ist. Bayer Co.Lab stärkt visionäre Start-ups und Gründer, indem es ihnen maßgeschneiderten Zugang zum Bayer-Ökosystem sowie fachkundiges Mentoring in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Kommerzialisierung bietet. Zudem profitieren sie von einer lebendigen globalen Gemeinschaft und einer hochmodernen Labor- und Büroinfrastruktur, um bahnbrechende Ideen in wirkungsvolle Lösungen für die Gesundheitsversorgung zu verwandeln.
Während Foundation Modelle die Wirkstoffforschung grundlegend verändern, verlagert sich der Engpass zunehmend von der reinen Modellskalierung hin zur Qualität und Vollständigkeit der biologischen Daten, die für deren Training und Validierung genutzt werden. Die Expansion von Phinomics nach Europa spiegelt die wachsenden Investitionen in biologische Datensätze der nächsten Generation wider. Diese sind gezielt darauf ausgerichtet, Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz zu ergänzen und die translationale Forschung zu beschleunigen.
Die Expansion spiegelt zudem einen breiteren Trend wider: die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen technologiegetriebenen Biotech-Unternehmen aus den USA und europäischen klinischen Ökosystemen. Von seiner Berliner Basis aus strebt Phinomics danach, Programme gemeinsam mit akademischen Institutionen, Gesundheitsorganisationen und Pharmapartnern zu entwickeln, um Entdeckungen aus computergestützten Modellen in die klinische Validierung zu überführen. Das Unternehmen strebt aktiv Partnerschaften im Bereich der Onkologie und mittelfristig auch in weiteren Therapiegebieten an.
Referenzen:
[1] Shoura MJ, Gabdank I, Hansen L, Merker J, Gotlib J, Levene SD, Fire AZ. Intricate and Cell Type-Specific Populations of Endogenous Circular DNA (eccDNA) in Caenorhabditis elegans and Homo sapiens. G3 Genes|Genomes|Genetics. 2017;7(10):3295-3303. DOI: https://doi.org/10.1534/g3.117.300141
[2] Bailey C, Shoura MJ, Mischel PS, Swanton C. Extrachromosomal DNA: relieving heredity constraints, accelerating tumour evolution. Annals of Oncology. 2020;31(7):884-893. DOI: https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.03.303
--Pressebild:

v.l.n.r. Guido Mathews, Simon Cladder, Massa Shoura, Stephen Levene, Ruth Shah
(© Simon Cladders)
Phinomics ist ein Biotechnologieunternehmen aus dem Silicon Valley, das die verborgene Biologie von Krebs entschlüsselt, um die nächste Generation von Präzisionstherapeutika zu ermöglichen. Als Ausgründung (Spin-out) der Stanford University basiert das Unternehmen auf mehr als fünf Jahrzehnten gebündelter Expertise in der Biologie zirkulärer DNA und hat seine Wurzeln im Nobelpreis-ausgezeichneten Labor von Andrew Fire. Phinomics hat die bisher einzige Plattform entwickelt, die extrachromosomale zirkuläre DNA (das Zirkulom bzw. Circulome) mit einer 100-fach höheren Sensitivität und Auflösung als bestehende Methoden erfasst.
Das Zirkulom bildet dabei den Ausgangspunkt: Phinomics integriert diese Daten mit genomischen, transkriptomischen, epigenomischen und proteomischen Daten aus gepaarten Tumor- und gesunden Gewebeproben von Patienten und vereint diese orthogonalen Ebenen in einem einzigen, präzise kontrollierten Intelligenzsystem. Dies liefert genau jene diversen und vollständigen Daten, die KI in der Biologie benötigt. Sie speisen eine Engine für erklärbare KI (Explainable AI), welche die Signalwege, Mechanismen und kausalen Zusammenhänge lebender Zellen kartiert. Dadurch werden neue therapeutische Zielstrukturen (Targets), Resistenzmechanismen und Biomarker für die Patientenstratifizierung sichtbar, die für konventionelle Plattformen unsichtbar bleiben.
Phinomics will das Verständnis der menschlichen Biologie vervollständigen, damit Medizin auf einem vollständigen biologischen Gesamtbild aufbaut. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, Schwachstellen aufzudecken, die anderen verborgen bleiben, und eine sicherere, wirksamere Generation von Therapien zu entwickeln. Die Mission von Phinomics ist es, die Medizin im großen Maßstab von einer unsichtbaren Biologie hin zu den Therapeutika von morgen zu führen.
Kontakt:Phinomics, Inc.
Brittan Ave 930
94070 San Carlos
Vereinigte Staaten
Kommentare
Kommentar veröffentlichen