Presseinfo / Warum Produktivität – nicht Finanzierung – zur entscheidenden Zukunftsfrage im Gesundheitswesen wird
von Mark Zluhan, Board Member DACH, LOGEX
Das deutsche Gesundheitswesen gehört zu den leistungsfähigsten und zugleich teuersten der Welt. Rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts fließen in die Versorgung. Dennoch wächst der Druck: Fachkräftemangel, zunehmende Komplexität der Behandlungen und strukturelle Ineffizienzen bringen das System an seine Grenzen. Mehr Geld allein wird die Probleme nicht lösen. Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre wird vielmehr darin bestehen, die Produktivität der vorhandenen Ressourcen zu steigern – ohne die Qualität zu gefährden. Genau hier entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit des Systems.Die strukturelle Krise
In ganz Europa lässt sich ein ähnliches Muster beobachten: Gesundheitsausgaben steigen kontinuierlich, gleichzeitig nehmen Personalengpässe und Versorgungsprobleme zu. Bereits heute fehlen europaweit über eine Million Fachkräfte im Gesundheitswesen1 – mit Prognosen von mehr als vier Millionen bis 20302. Auch Deutschland ist davon betroffen. Trotz hoher Investitionen bleiben Wartezeiten, Prozessineffizienzen und regionale Unterschiede bei Behandlungsergebnissen bestehen. Die durchschnittliche Verweildauer stagniert in deutschen Krankenhäusern auf vergleichsweise hohem Niveau.
Die zentrale Herausforderung liegt also nicht primär in der Finanzierung, sondern in der Frage, wie vorhandene Ressourcen eingesetzt werden. Mit anderen Worten: Das Gesundheitswesen steht vor einer klassischen Produktivitätskrise.
Reformdruck in Deutschland
Die Leistungsausgaben für Krankenhäuser sind von 2024 nach 2025 um ca. 10 % gestiegen und die aktuelle Krankenhausreform markiert einen historischen Einschnitt. Mit neuen Leistungsgruppen, veränderten Vergütungsmechanismen, einer stärkeren Spezialisierung und der zunehmenden Ambulantisierung stationärer Eingriffe soll die Versorgung nachhaltiger und effizienter werden. Diese Veränderungen erhöhen den Druck auf das Management erheblich. Entscheidungen werden komplexer, Risiken größer und Fehlsteuerungen kostspieliger. In diesem Umfeld wird eine Fähigkeit entscheidend: datenbasierte, dynamische Steuerung.
Der Paradigmenwechsel: von Erfahrung zu Evidenz
Historisch wurden viele Entscheidungen im Gesundheitswesen stark erfahrungsbasiert getroffen. Doch angesichts steigender Komplexität reicht dieses Vorgehen nicht mehr aus. Heute entstehen enorme Mengen an Daten – in klinischen Prozessen, in der ökonomischen Steuerung, in der Ressourcenplanung. Richtig genutzt, können diese Daten Transparenz in einer hochkomplexen Organisation schaffen und eine systematische Steuerung von Qualität, Kosten und Kapazitäten ermöglichen.
Warum Daten zur Führungsaufgabe werden
Der Wandel hin zu datengetriebenem Management ist keine rein technische Entwicklung. Er verändert die Rolle von Führung im Gesundheitswesen grundlegend. Krankenhausleitungen müssen künftig Entscheidungen stärker datenbasiert treffen, Transparenz über Organisationen hinweg schaffen und eine Kultur datenbasierter Zusammenarbeit etablieren. Damit wird Datenkompetenz zu einer zentralen Managementfähigkeit.
Nachhaltigkeit statt kurzfristiger Einsparungen
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, datenbasierte Steuerung ausschließlich mit Kostensenkung zu verbinden. Tatsächlich liegt ihr größter Nutzen in der nachhaltigen Sicherung der Versorgung im Rahmen zugeordneter Leistungsgruppen. Denn Produktivitätssteigerungen bedeuten nicht weniger Versorgung, sondern bessere Nutzung vorhandener Ressourcen. Daten sind also kein Selbstzweck – sie sind ein Instrument zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit.
Ausblick
Die Zukunft der Leistungserbringer und des Gesundheitswesens insgesamt hängt davon ab, den Wandel aktiv zu gestalten – und Daten als strategischen Hebel zu begreifen. Kontinuierlich aus eigenen Daten Erkenntnisse zu gewinnen, Entscheidungen zu verbessern und Versorgung nachhaltig zu optimieren, ist die Chance der Krankenhausverantwortlichen und unserer Gesellschaft auf eine resiliente Gesundheitsversorgung.
Quellen:
- 1) https://www.oecd.org/en/publications/health-at-a-glance-europe-2024_b3704e14-en.html
- 2) https://www.europarl.europa.eu/news/en/agenda/plenary-news/2025-02-10/14/healthcare-sector-addressing-labour-shortages-and-working-conditions
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Mark Zluhan, LOGEX
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